Geschichte

Außerhalb der Saison

Trædekongen hat eine rätselhafte Ausstrahlung. Man blättert durch die Fotoserien und verliert sich schnell in einer Welt voller Melodrama, die den Radsport umgibt. Die dunklen, feierlichen Bilder sprechen Bände über dieses ungenaue Ideal, dem wir beim Fahren nachjagen. Unsere allgemeine Verachtung für das Fahrradfahren bei schlechtem Wetter spiegelt sich in einem dystopischen Universum wider, das Trædekongen durch seine dunklen Bilder erschafft.

Worte und Fotos von Rasmus Pellizotti

Trædekongen hat eine rätselhafte Ausstrahlung.

Man blättert durch die Fotoserien und verliert sich schnell in einer Welt voller Melodrama, die den Radsport umgibt. Die dunklen, feierlichen Bilder sprechen Bände über dieses ungenaue Ideal, dem wir beim Fahren nachjagen. Unsere allgemeine Verachtung für das Fahrradfahren bei schlechtem Wetter spiegelt sich in einem dystopischen Universum wider, das Trædekongen durch seine dunklen Bilder erschafft.

Seine Worte vermitteln einen reduzierten, schnörkellosen Eindruck von der Dunkelheit, die mit dem Fahren außerhalb der Saison verbunden ist. Ein Mittel zum Zweck. Aber die Dunkelheit ist zugleich ein Merkmal eines mutierten menschlichen Zustands, der das Wesentliche der Existenz eines Radfahrers ausmacht. Schmerz und Härte. Ohne die optimistischen und sonnigen, romantischen Ideale, mit denen wir uns verkleiden, ist Trædekongen die nackte Wahrheit: Radfahren in Reinform mit all seinen Schwächen und Unvollkommenheiten.

Hier lädt Trædekongen dich in seine Welt ein, eine Post-No-Beer-For-A-Year-Epoche, in der die weniger glamourösen Wahrheiten des Radfahrens und die ausdauernde Entschlossenheit, zum Sport zurückzukehren, aufgezeigt werden.

Du befindest dich auf der schwierigsten Fahrt deines Lebens und schaffst es. Du verpasst eine Kurve und plötzlich bist du nirgendwo. Kleine Fehler, große Konsequenzen. 8 Monate ohne Fahrradfahren zu können. Nervenschäden an Fingern und Zehen, Übergewicht. Mangel an gesunden Gewohnheiten. Gedanken darüber, den Sport zu beenden, bei dem du so viel gelitten hast, den du aber so sehr liebst. Nein.

Die Leere wie ein Beth-Gibbons-Song, bei dem man sich um einen schmerzhaften Umweg in die Erstarrung windet. Die Fähigkeit zu verlieren, Freude an der Normalität zu finden und nach Wegen zu suchen, sich wehmütiger zu fühlen. Zeit. Geht vorbei.

Du gehst durch dunkle Straßen und siehst überall das Hässliche herumkriechen. Es erfüllt dich und füttert dich. Es verzehrt dich, fängt dich ein. Verstärkt durch die Situation, die Dunkelheit und das Elend Ihrer eigenen Jahreszeiten, die vergehen. Verschwunden, wie die Freude der Jugend, ohne die Möglichkeit, sie einzufangen und wiederzugewinnen. Sich weiter dem Abgrund nähernd, um einen Weg zu finden, etwas im Schattendasein zu fühlen. Das Betrachten verlorener, taub gewordener Gesichter, die auf den nassen und dunklen Winterstraßen verloren zu sein scheinen. Keine Antworten.

Kalter Regen auf deinem Gesicht. Fast schmerzhaft, aber mit einer gewissen masochistischen Befriedigung, sich nicht abzuwenden. Immer weiter. Du findest alle Dinge wieder, die du verloren und vergessen hast. Festhalten an dem, was dort sein könnte. Straßenschmutz im Gesicht, platter Reifen, Atmung, Rotz, durchnässte Füße, die weh tun. Noch einmal. Endlich. Im Elend einer leeren nassen Winterstraße etwas Schönheit finden. Zeit nachzudenken.

Dieser eiskalte Juckreiz auf deiner Haut nach dem Abstreifen deiner nassen Kleidung. Geschwollene Augen nach etlichen Stunden im Freien und Schmerzen vom wärmenden Wasser in der Dusche, das langsam die steifen Zehen und Hände zum Leben erweckt. 

Du erinnerst dich. Süchtigmachend. Du willst das wieder fühlen. Der Aufstieg aus dem endlosen Schwarzen Loch, das dich nährt und definiert. Es ist elend und schön. Du fährst wieder los. Nicht schneller, nur noch einmal. Die Schlacht ist nicht gewonnen, aber auch nicht verloren. Du kämpfst damit, die Zeit zu ertragen, die vergeht und von der du immer nur einen kleinen Ausschnitt sehen und genießen wirst.

Die Kilometer vergehen schneller als das Leben. Ein kalter Januar wurde zu etwas, an dem man sich durch Drehen von Gummi, Carbon und Aluminium messen konnte. Außenstehende werden über all das lachen. Der stille Sieg wurde nie erreicht. Die Gesichter auf den Straßen gehen weiterhin verloren, aber man kann die dunklen Ecken entschärfen und sich ein bisschen lebendiger fühlen. Noch einmal. Immer weiter. Die Rückkehr.

Trædekongen kehrte zum Radfahren zurück und absolvierte die PNS / Strava-Herausforderung mit 1.200 Kilometern im Januar in Dänemark.

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